Hauptsätze

Einleitung

Hauptsätze sind Sätze, die alleine stehen können. Normalerweise bestehen sie mindestens aus Subjekt, Verb und Objekt.

Die Wortstellung im Satz ist ein wichtiges Thema in der deutschen Sprache. Dank der Fälle wissen wir normalerweise, ob ein Nomen/Pronomen in einem Satz als Subjekt oder Objekt verwendet wird. Deshalb können wir das Objekt auch an den Satzanfang stellen.

Beispiel

Beide Sätze drücken die gleiche Situation aus, auch wenn die Wortstellung anders ist:

Der Hund fängt den Ball.
Den Ball fängt der Hund.

In Sprachen ohne Fälle (z. B. Englisch, Französisch, Spanisch) ist es nicht möglich, das Objekt an den Satzanfang zu stellen, denn dann würde man verstehen:

Der Ball fängt den Hund.

Grundregel

Der Satzbau im Deutschen ist recht flexibel. Als Grundregel sollten wir uns merken:

  • Das finite Verb besetzt immer die zweite Position im Satz.
  • infinite Verbformen (Infinitiv, Partizip II) stehen am Satzende.
  • Das Subjekt steht in vielen Fällen am Satzanfang. Im Deutschen können aber auch andere Satzglieder (z.B. Objekt, Orts- oder Zeitangabe) am Satzanfang stehen. Wenn das der Fall ist, rutscht das Subjekt hinter das finite Verb.

In den meisten Fällen ist der Satzbau folgendermaßen korrekt:

1. Positionfinites
Verb
Subjektindirektes
Objekt

Zeit

Ortdirektes
Objekt
infinites
Verb
SubjektDer Lehrerhat dem
Schüler
gesternin der
Schule
den Testzurück-
gegeben.
ind. ObjektDem Schülerhatder
Lehrer
gesternin der
Schule
den Testzurück-
gegeben.
dir. ObjektDen Testhatder
Lehrer
dem
Schüler
gesternin der
Schule
zurück-
gegeben.
ZeitGesternhatder
Lehrer
dem
Schüler
in der
Schule
den Testzurück-
gegeben.
OrtIn der Schulehatder
Lehrer
dem
Schüler
gestern den Testzurück-
gegeben.

Merke aber:

Wenn das direkte Objekt ein Pronomen ist, steht es vor dem indirekten Objekt.

Beispiel:
den Test = ihn
Der Lehrer hat ihn dem Schüler gestern in der Schule zurückgegeben.

Für Fortgeschrittene

Neben der Grundregel gibt es im Deutschen aber noch viel mehr Möglichkeiten, wie man die Satzglieder anordnen kann.

Verbindung zwischen Sätzen

Wenn wir einen Text schreiben, versuchen wir, die Sätze inhaltlich miteinander zu verbinden. Deshalb steht an erster Position oft ein Satzglied, das diese Verbindung herstellt.

Beispiel:
Wir waren gestern im Museum. Dort war es sehr voll.

Bekanntes vor Neuem

Etwas bereits Erwähntes oder als bekannt Vorausgesetztes steht im Satz weiter vorn. Unbekanntes oder Neues steht im Satz weiter hinten.

Aus diesem Grund rutscht zum Beispiel das direkte Objekt, wenn es ein Pronomen ist, vor das indirekte Objekt. Pronomen ersetzen schließlich ein Nomen, das bereits erwähnt wurde oder als bekannt vorausgesetzt wird.

Beispiel:
Der Lehrer hat ihn (den Test) ihm (dem Schüler) gestern in der Schule zurückgegeben.

Andererseits muss das direkte Objekt, wenn es mit einem unbestimmten Artikel verwendet wird, immer hinter Zeit und Ort stehen. Den unbestimmten Artikel (ein…) verwenden wir schließlich, wenn wir etwas zum ersten Mal erwähnen (also für etwas Neues).

Beispiel:
Der Lehrer hat dem Schüler gestern in der Schule einen Test zurückgegeben.

Hervorhebungen am Satzende

Das indirekte Objekt sowie die Angaben von Zeit und Ort sind austauschbar. Wenn wir eines dieser Satzglieder besonders hervorheben wollen, können wir es hinter das direkte Objekt setzen.

Beispiel:
In der Schule hat der Lehrer gestern den Test einem Schüler zurückgegeben.
Der Lehrer hat dem Schüler den Test gestern in der Schule zurückgegeben.

Beachte aber:

Als Pronomen darf das indirekte Objekt nicht die Position wechseln.

Beispiel:
Der Lehrer hat ihm (dem Schüler) gestern in der Schule den Test zurückgegeben.
(nicht: Der Lehrer hat gestern in der Schule den Test ihm zurückgegeben.)

Die Zeitangabe sollte nur in seltenen Fällen – zur ganz besonderen Betonung und möglichst nur in der gesprochenen Sprache – hinter der Ortsangabe stehen. Im Schriftlichen wirkt es meist falsch, weil es im Deutschen üblich ist, die Zeit vor dem Ort zu nennen.

Beispiel:
Der Lehrer hat dem Schüler in der Schule den Test gestern zurückgegeben.

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