Typen von Adverbien in der deutschen Grammatik

Einleitung

Deutsche Adverbien unterteilen wir in verschiedene Typen: Lokaladverbien, Temporaladverbien, Kausaladverbien, Modaladverbien, Relativadverbien und Konjunktionaladverbien.

Lerne in den folgenden Listen typische Adverbien zu jedem Typ und teste dein Wissen in den Übungen.

Beispiel

Zeichnung

Gestern war ich mit Freunden auf einem Rockkonzert. Rolf und ich kamen später. Unsere Freunde warteten deshalb nicht da auf uns, wo wir uns verabredet hatten. Als wir ankamen, standen unsere Freunde ganz vorn an der Bühne. Aber dort drängten sich die Fans, darum blieben Rolf und ich hinten stehen.

Als das Konzert anfing, begannen die Fans, laut zu kreischen. Man verstand kaum ein Wort, worüber ich mich ärgerte. Aber die Besucher des Konzerts waren größtenteils junge Mädchen, die bereits beim ersten Song reihenweise umfielen. Somit lichteten sich die Reihen und wir standen bald bei unseren Freunden.

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Adverbien des Ortes (Lokaladverbien)

Adverbien des Ortes erfragen wir mit „Wo/Wohin/Woher?“. Zu den Adverbien des Ortes gehören zum Beispiel:

aufwärts, außen, da, dort, drinnen, fort, hier, hierhin, hinein, hinten, irgendwo, links, nebenan, oberhalb, überall, unten, vorn, …

Beispiel:
Als wir ankamen, standen unsere Freunde ganz vorn an der Bühne.
Aber dort drängten sich die Fans, darum blieben Rolf und ich hinten stehen.

Adverbien der Zeit (Temporaladverbien)

Adverbien der Zeit erfragen wir mit „Wann/Wie lange/Wie oft/Bis wann/Seit wann?“. Zu den Adverbien der Zeit gehören zum Beispiel:

bald, bereits, bisher, danach, davor, einst, endlich, freitags, gestern, immer, inzwischen, neulich, nie, oft, regelmäßig, sofort, stets, täglich, vorhin, zurzeit, …

Beispiel:
Gestern war ich mit Freunden auf einem Rockkonzert.
Aber die Besucher des Konzerts waren größtenteils junge Mädchen, die bereits beim ersten Song reihenweise umfielen.
Somit lichteten sich die Reihen und wir standen bald bei unseren Freunden.

Adverbien des Grundes (Kausaladverbien)

Adverbien des Grundes erfragen wir mit „Wieso/Weshalb/Warum/Unter welcher Bedingung?“. Zu den Adverbien des Grundes gehören zum Beispiel:

also, dadurch, darum, demnach, demzufolge, deshalb, folglich, …halber (anstandshalber, sicherheitshalber, …), somit, trotzdem, …

Beispiel:
Unsere Freunde warteten deshalb nicht da auf uns, wo wir uns verabredet hatten.
Darum blieben Rolf und ich hinten stehen.
Somit lichteten sich die Reihen und wir standen bald bei unseren Freunden.

Adverbien der Art und Weise (Modaladverbien)

Adverbien der Art und Weise erfragen wir mit „Wie/Wie sehr/Wie viel?“. Zu den Adverbien der Art und Weise gehören zum Beispiel:

anders, äußerst, beinahe, bekanntlich, ebenfalls, fast, folgendermaßen, ganz, genauso, genug, gern, hoffentlich, kaum, leider, möglicherweise, sehr, so, vielleicht, wirklich, …

Beispiel:
Als wir ankamen, standen unsere Freunde ganz vorn an der Bühne.
Man verstand kaum ein Wort, worüber ich mich ärgerte.

Adverbien der Art und Weise können auch Angaben über die Menge machen, zum Beispiel:

größtenteils, hauptsächlich, reihenweise, …weise, …

Beispiel:
Aber die Besucher des Konzerts waren größtenteils junge Mädchen,
die bereits beim ersten Song reihenweise umfielen.

Relativadverbien

Relativadverbien verwenden wir in Relativsätzen. Zu den Relativadverbien gehören zum Beispiel:

wo, womit, wofür, worüber, …

Relativadverbien beziehen sich normalerweise auf einen Teilsatz.

Beispiel:
Unsere Freunde warteten deshalb nicht da auf uns, wo wir uns verabredet hatten.
Man verstand kaum ein Wort, worüber ich mich ärgerte.

Konjunktionaladverbien

Mit einigen Adverbien können wir Sätze verknüpfen. Weil diese Adverbien als Konjunktionen dienen, heißen sie Konjunktionaladverbien. Zu den Konjunktionaladverbien gehören zum Beispiel: 

außerdem, danach, deshalb, folglich, schließlich, trotzdem, zuvor, …

Der mit einem Konjunktionaladverb beginnende Teilsatz hat folgende Form: Konjunktionaladverb + finites Verb + Subjekt + Rest vom Satz

Beispiel:
Dort drängten sich die Fans, darum blieben Rolf und ich hinten stehen.

Konjunktionaladverbien können auf keinen Fall gesteigert werden.

(siehe auch Sätze mit Konjunktionen)

Beachte

Die Konjunktionaladverbien stimmen in vielen Fällen mit den Kausaladverbien überein (deshalb, daher, trotzdem, …). Der Unterschied in der Zuordnung besteht darin, welche Bedeutung im Vordergrund steht.

Wenn im Vordergrund steht, dass ein Adverb Angaben über den Grund macht, bezeichnen wir es als Kausaladverb.

Beispiel:
Rolf und ich kamen später. Unsere Freunde warteten deshalb nicht auf uns.
Aber dort drängten sich die Fans, darum blieben Rolf und ich hinten stehen.

Sollen wir jedoch die Art der Verknüpfung von zwei Teilsätzen unterscheiden (Handelt es sich um eine Konjunktion, Subjunktion oder ein Konjunktionaladverb?), verwenden wir die Bezeichnung Konjunktionaladverb.

Beispiel:
Rolf und ich kamen später, deshalb warteten unsere Freunde nicht auf uns.
Aber dort drängten sich die Fans, darum blieben Rolf und ich hinten stehen.