Kommasetzung und Kommaregeln im Deutschen

Einleitung

Kommas gliedern einen Satz und erleichtern das Leseverständnis. Sie dürfen aber nicht beliebig gesetzt werden. Wer den Aufbau eines Satzes versteht, dem fällt es leicht, das Komma richtig zu setzen. Wir werden uns Schritt für Schritt in die Kunst der Kommasetzung einarbeiten und die Kommaregeln der deutschen Sprache verstehen.

Inhalt

  • Hauptsätze
  • Haupt- und Nebensätze
  • Aufzählungen
  • Zusatzinformationen
  • Direkte Rede
  • Indirekte Frage
  • Erweiterter Infinitiv
  • Hervorhebungen und Ausrufe
  • Anrede, Gruß- und Höflichkeitsformel
  • Name und Adresse
  • Zahlen und Zeitangaben
  • Literaturangaben

Hauptsätze

Besteht ein Satz aus zwei oder mehreren Hauptsätzen, werden diese mit Komma voneinander abgetrennt (Ausnahmen siehe Info-Kästchen).

Beispiel:
Benni legte sich ins Bett, seine Schwester putzte sich noch die Zähne, seine Mutter las die Tageszeitung.
Es wurde still im Saal, die Musiker betraten die Bühne, das Konzert begann.

Ein Hauptsatz wird von Kommas eingeschlossen, wenn er als Einschub in einem anderen Hauptsatz steht.

Beispiel:
Gestern um 21:00 Uhr, es war kaum dunkel, fing das schaurige Gepolter schon an.
Hier auf diesem Foto siehst du meinen Bruder, da war er vielleicht 4 Jahre alt, mit seiner Lieblingspuppe.

Wenn der eingeschobene Satz aber eine Art Floskel ist, kann man die Kommas auch weglassen.

Beispiel:
Gestern hatte Anton einen Fahrradunfall. Aber ihm ist[,] Gott sei Dank[,] nichts passiert.
Meine Oma hat Schwierigkeiten mit dem Laufen und dem Hören. Meine Eltern und ich kümmern uns[,] so gut es geht[,] um sie.

Info

Wir müssen kein Komma setzen, wenn zwei Hauptsätze durch folgende Wörter miteinander verbunden sind: und, oder, beziehungsweise (bzw.), entweder – oder, weder – noch, nicht – noch, sowohl – als auch

Beispiel:
Es wurde still im Saal und die Musiker betraten die Bühne und das Konzert begann.
Sie gehen jetzt besser oder ich rufe die Polizei.
Entweder haben wir uns das alles nur eingebildet oder in diesem Haus spukt es wirklich.

Ist die Gliederung eines Satzes aber erst auf den zweiten Blick zu durchschauen, sollte ein Komma gesetzt werden. Das gilt auch, wenn einer der Haupsätze komplexer ist als der andere.

Beispiel:
Damals machte ich mit meinem Diktiergerät aus Jux heimlich Aufnahmen von meinem Mathelehrer[,] und meinen Klassenkameraden machte das auch großen Spaß. Sie imitierten dann immer Rülpsgeräusche und kicherten leise.
Ich beugte mich hinunter[,] und die Maus, die unter dem Küchenschrank wohnte, biss mir in die Nase.

Haupt- und Nebensätze

Zwischen Hauptsatz und Nebensatz setzen wir ein Komma.

Beispiel:
Kommaregeln sind einfach, wenn man sie einmal richtig verstanden hat.
Ich bin dafür, dass wir heute schwimmen gehen.
Am liebsten mag er die Schule, sobald die Sommerferien anfangen.

Folgen mehrere Nebensätze aufeinander, müssen sie ebenfalls mit Kommas voneinander abgetrennt werden.

Beispiel:
Ich bin dafür, dass wir uns heute die Kommaregeln angucken, damit wir in den Sommerferien mehr Zeit haben, um schwimmen zu gehen.

Wenn ein Nebensatz als Einschub mitten in einem Hauptsatzes steht, wird er in Kommas gesetzt.

Beispiel:
Die Ratschläge, die er mir gegeben hat, waren alle ziemlich hilfreich.
Das Haus, in dem die alte Hexe wohnt, ist mit Efeuranken überzogen und von einer dicken Mauer umgeben.
Ich gehe, wenn es das Wetter erlaubt, gerne an den See.

Info

Vor und nach eingeschobenen Nebensätzen steht immer ein Komma, auch wenn der Satz mit und, oder, bzw. weitergeht.

Beispiel:
Er verabschiedete sich manchmal schon sehr früh, wenn er müde war, oder tauchte gar nicht erst auf.
Klaus Kinski war aufbrausend, um es freundlich zu sagen, und oft genug auch unberechenbar.

Aufzählungen

Teile einer Aufzählung werden mit Komma voneinander abgetrennt.

Beispiel:
Mein Hund will immer seine eigene Leine tragen, springen, spielen, Mäuse jagen. Und am liebsten alles gleichzeitig.
Die frischgestrichenen Wände in meinem Zimmer strahlen jetzt in den schönsten Farben: Lila, Pink, Rosa, Magenta. Es sieht einfach toll aus!

Vor und/oder steht in Aufzählungen normalerweise kein Komma (außer nach einem Einschub, siehe 3. Beispielsatz).

Beispiel:
Ich finde dein Verhalten kindisch, dumm und ungerecht.
Heute möchte ich auf den Markt gehen und Rosen, Tulpen oder Narzissen kaufen.
Heute möchte ich Rosen, Tulpen, aber nur rote, oder Narzissen kaufen.

Komma zwischen Adjektiven

Werden mehrere gleichrangige Adjektive aufgezählt, setzen wir ein Komma.

Beispiel:
Diesen alten, zerbeulten Hut kannst du getrost wegwerfen.
Das ist aber ein lieber, netter Junge.

Info

Wenn man und zwischen die beiden Adjektive setzen kann, handelt es sich um eine Aufzählung von gleichrangigen Adjektiven und wir setzen ein Komma.

Manchmal bildet ein Nomen aber eine Einheit mit einem Adjektiv, die dann durch ein weiteres Adjektiv näher bestimmt wird. In diesem Fall setzen wir zwischen den Adjektiven kein Komma.

Beispiel:
Das ist ein guter französischer Rotwein.
Hier wohnte einst ein berühmter deutscher Philosoph.
Der 1. Mai ist ein beliebter gesetzlicher Feiertag.
Zum Haus von Onkel Otto führte ein kleiner asphaltierter Weg.
Heute habe ich auf dem Markt wunderschönen grünen Spargel gekauft.

Zusatzinformationen

Zusätze sind Einschnitte in den Fluss des Satzes und werden im Normallfall mit Kommas abgetrennt. Charakteristisch für Zusätze ist, dass sie nachgestellt sind. Stehen sie am Satzanfang, handelt es sich nicht mehr um einen Zusatz und es wird kein Komma gesetzt.

Beispiel:
Ulli, meine Katze, ist rund um die Uhr hungrig.
aber: Meine Katze Ulli ist rund um die Uhr hungrig.
Sie war ziemlich groß im Geschäft, unter anderem als Alleinunterhalterin.
aber: Unter anderem als Alleinunterhalterin war sie ziemlich groß im Geschäft.

Folgende Wörtchen leiten besonders häufig einen nachgestellten Zusatz ein: aber, allerdings, also, besonders, das heißt, das ist, genauer, insbesondere, jedenfalls, jedoch, nämlich, und das, und zwar, vor allem, wenn auch, will/soll heißen, z. B., zumindest.

Beispiel:
Kater Horst ist den lieben langen Tag müde, besonders am frühen Morgen.
Nur eines kann ihn vom Sofa locken, nämlich Fressen.
Er liebt sein Katzenfutter über alles, vor allem die Leckerlis.
Manchmal geht er raus in den Garten, aber nur kurz.

Nach das heißt, das ist, will/soll heißen schreiben wir nur ein Komma, wenn danach ein Teilsatz folgt.

Beispiel:
Früh morgens, das heißt, nachdem Kater Horst aufgestanden ist, unterzieht er sich einer Katzenwäsche.

Nach das heißt muss ein Komma stehen, weil nachdem Kater Horst aufgestanden ist ein Teilsatz ist.

Früh morgens, das heißt nach dem Aufstehen, unterzieht sich Kater Horst einer Katzenwäsche.

Nach das heißt steht kein Komma, weil nach dem Aufstehen kein Teilsatz ist (enthält kein konjugiertes Verb).

Appositionen

Appositionen sind substantivische Beifügungen und werden in Kommas eingefasst.

Beispiel:
Herr Semmler, mein Mathelehrer, ist ein ausgezeichneter Vogelkundler.
Elli, Hannas Schwester, hat gestern ein Mädchen bekommen.

Partizipgruppen

Partizipgruppe nennt man ein Partizip mit einer näheren Bestimmung.

Beispiel:
aus vollem Halse lachend
ungeschickt hüpfend
fröhlich singend

Steht vor oder nach der Partizipgruppe ein hinweisendes Wort, müssen wir ein Komma setzen. (Ein vorangestelltes hinweisendes Wort wie im 2. Beispielsatz ist eher selten.)

Beispiel:
Ungeschickt auf einem Bein hüpfend, so kam der arme Christian zur Tür herein. Er hatte sich das Bein gebrochen.
So, ungeschickt auf einem Bein hüpfend, kam der arme Christian zur Tür herein.

Eine Partizipgruppe als Zusatz oder Erklärung nach einem Nomen oder Pronomen muss ebenfalls durch Komma(s) abgetrennt werden.

Beispiel:
Andreas öffnete das Törchen zum Garten. Sein Hund, vergnügt springend, kam sofort auf ihn zugelaufen.

Nach einem konjugierten Verb ist das Komma vor und nach der Partizipgruppe nicht verpflichtend. Wir können es aber setzen, um den Satz übersichtlicher zu gliedern.

Beispiel:
Das ist[,] ehrlich gesagt[,] genau das Gegenteil von dem, was ich gefordert hatte.
Bello lag[,] zufrieden schnaubend[,] im Gras und ließ sich die Sonne auf den Pelz scheinen.

Info

Außer durch Kommas kann man Zusatzinformationen auch durch Klammern oder Gedankenstriche vom Begleitsatz abtrennen. In Klammern steht eher Beiläufiges, Kommas sind neutral und Gedankenstriche heben am stärksten hervor.

Beispiel:
Sandra (die Freundin von Paul) hat gestern Kuchen für uns gebacken. (beiläufige Erwähnung)
Sandra, die Freundin von Paul, hat gestern Kuchen für uns gebacken. (neutral)
Sandra – die Freundin von Paul – hat gestern Kuchen für uns gebacken. (starke Trennung/Hervorhebung)

Direkte Rede

Wir verwenden ein Komma, um die direkte Rede von einem darauffolgenden Begleitsatz abzutrennen. Im Deutschen steht dieses Komma immer außerhalb der Anführungszeichen.

Beispiel:
„Ich gehe jetzt besser“, sagte sie und verließ die Wohnung.
„Ihr seid schon zurück?“, fragte Jens ganz erstaunt.
„Jetzt reicht es aber, Kinder. Schluss damit!“, rügte die Mutter.

Wird ein Satz in der direkten Rede durch einen Begleitsatz unterbrochen, steht vor und nach dem Begleitsatz ein Komma.

Beispiel:
„Sie da“, rief Herr Bastian empört, „jetzt bleiben Sie doch stehen.“

Steht der Begleitsatz aber zwischen zwei vollständigen Sätzen in der direkten Rede, verwenden wir das Komma nur vor dem Begleitsatz. Zur Fortsetzung der direkten Rede setzen wir in diesem Fall einen Doppelpunkt.

Beispiel:
„Jetzt wird er auch noch frech“, entrüstete sich Herr Bastian und fügte hinzu: „Das wird Sie teuer zu stehen kommen!“

Indirekte Frage

Indirekte Fragen sind Fragen, die wir indirekt in einem anderen Satz einbauen.

Ist die indirekte Frage ein ganzer Satz, setzen wir nach dem Einleitungssatz ein Komma.

Beispiel:
Es würde mich schon sehr interessieren, warum er heute nicht aufgetaucht ist.
Ich will dir aber nicht verraten, wieso er geschwänzt hat.

Besteht die indirekte Frage aber lediglich aus einem Fragewort, kann das Komma weggelassen werden.

Beispiel:
Es würde mich schon sehr interessieren[,] warum.
Ich will dir aber nicht verraten[,] wieso.

Erweiterter Infinitiv

Der erweiterte Infinitiv mit zu besteht immer mindestens aus zu + Verb im Infinitiv.

Beispiel:
Ich kann mir nicht erlauben[,] zu widersprechen.
Cornelius hat fest versprochen[,] mir bei den Kunsthausaufgaben zu helfen.

Es gibt Fälle, bei denen vor dem erweiterten Infinitiv ein Komma gesetzt werden muss, und andere, bei denen es gesetzt werden kann.

Komma verpflichtend

  • Der erweiterte Infinitiv wird mit folgenden Wörtern eingeleitet: als, anstatt, außer, ohne, statt, um
Beispiel:
Herr Müller hatte sich heute nichts anderes vorgenommen, außer spazieren zu gehen.
Leider war aber sein Hund Klaus krank und so musste er ihn pflegen, anstatt in den Wald zu gehen.
Klaus war so schlapp, dass er nichts anderes machen konnte, als zu liegen.
So ging Herr Müller nur kurz in seinen Garten, ohne Klaus jedoch aus den Augen zu lassen.
Klaus wiederum hatte Angst, dass Herr Müller weggeht, und so stürmte er ihm hinterher, statt sich auszuruhen.
Herr Müller brauchte eine ganze Weile, um seinen kranken und ängstlichen Hund zu beruhigen.
  • Der erweiterte Infinitiv hängt vom Nomen im Hauptsatz ab.
Beispiel:
Cornelius’ Versprechen, mir bei den Hausaufgaben zu helfen, hält er hoffentlich ein.
Sein Versuch, die Streithähne auseinanderzubringen, scheiterte.
  • Im Hauptsatz steht ein hinweisendes Wort (z. B. daran, darum, darauf). Diese Wörtchen kündigen an, dass beim Infinitiv mit zu ein Rückbezug kommen wird: Man wird erfahren woran, worum oder worauf.
Beispiel:
Kannst du mich morgen daran erinnern, Anne-Marie anzurufen?
Es geht einfach darum, ein Gleichgewicht herzustellen.
Lisa, Laura und Karlchen warten schon den ganzen Tag darauf, ins Schwimmbad zu gehen.
  • Auch wenn der Rückbezug auf andere Weise hergestellt wird, muss ein Komma gesetzt werden.
Beispiel:
Alleine zu segeln, das traute sie sich nicht.

zu segeln wird nochmals durch das aufgenommen

Der kleine Michael kann es nicht ausstehen, an heißen Sommertagen im Klassenzimmer rumzusitzen.

es wird nochmals aufgenommen; wir erfahren was Michael nicht ausstehen kann

Komma möglich

In allen anderen Fällen ist das Komma optional. Zur besseren Gliederung eines Satzes und zum Vermeiden von Missverständnissen empfiehlt es sich aber, auch hier ein Komma zu setzen.

Beispiel:
Wir probierten[,] den Computer neu zu formatieren.
Der Angeklagte weigerte sich[,] zu kooperieren.

Info

Setzen wir Kommas und der erweiterte Infinitiv steht mitten im Satz, müssen wir natürlich davor und dahinter ein Komma setzen.

Beispiel:
Seine Art[,] sich auszudrücken[,] brachte sie zur Weißglut.
Ihr Plan, sich auf die Malediven abzusetzen, fiel ins Wasser.
Sie konnte es kaum abwarten, die Limonade zu kosten, die ihr Oma gemacht hatte.

Hervorhebungen und Ausrufe

Hervorhebungen

Wird ein Satzglied durch ein hinweisendes Wort nochmals aufgenommen, setzen wir ein Komma vor das hinweisende Wort.

Beispiel:
Dieser Frau Prof. Dr. Schulte, der würde ich auch nicht immer alles glauben.
Einen Arbeitsplatz mit viel Freizeit und einem hohen Gehalt, genau so stellt sich Julius seine Zukunft vor.
In diesem Gebäude, da war früher mein Kindergarten drin.

Info

Das Wörtchen bitte kann je nach Kontext mit Komma vom Rest des Satzes abgetrennt werden oder nicht. Steht es am Anfang oder Ende eines Satzes trennt man es meistens ab, man kann durch Kommas aber auch eine besondere Betonung erreichen.

Beispiel:
Kann ich heute bei Anna übernachten, bitte?
Könnten Sie mir, bitte, bis spätestens Mittwoch Bescheid geben?
Bitte, mach es dir ruhig bequem!

Handelt es sich um einen floskelhaften Gebrauch von bitte, setzen wir eher kein Komma.

Beispiel:
Bitte kommen Sie doch herein.
Gibst du mir die Teekanne bitte?
Kannst du bitte damit aufhören!

Ausrufe

Ausrufe werden im Normallfall vom Rest des Satzes abgetrennt.

Beispiel:
Oh, das ist ja seltsam.

Ist aber keine Hervorhebung gewünscht, kann das Komma auch weggelassen werden.

Beispiel:
Oh das ist aber seltsam.

Folgt nach dem Ausruf ein Name, setzen wir das Komma nach dem Namen. Ausruf und Name werden in diesem Fall als Anrede angesehen.

Beispiel:
Ach Mama, Noten sind eben nicht alles.

Anrede, Gruß- und Höflichkeitsformel

Anrede

Direkte Anreden mit Namen oder Titel trennen wir mit Kommas vom Rest des Satzes ab.

Beispiel:
Mama, komm mal! Ich will dir etwas zeigen.
Jonas, du kannst dir doch nicht mit meiner Körperlotion die Haare waschen!
Ich danke Ihnen vielmals, Frau Doktor. Ich fühle mich wirklich schon viel besser.

Auch in Briefen wird nach der Anrede ein Komma gesetzt.

Beispiel:
Sehr geehrter Herr Ricken,
Liebe Ruth,

Grußformel

Ein Brief bzw. eine E-Mail kann aber auch mit Hallo oder Guten Tag beginnen. Da Namen und Titel immer mit Komma abgetrennt werden, muss auch hier im Normalfall ein Komma zwischen Begrüßung und Namen stehen. Wenn die gesamte Anrede aber aus nur zwei Worten besteht, darf das Komma weggelassen werden – es ist sogar empfehlenswert.

Beispiel:
Guten Tag, Herr Dr. Kowalski,
Hallo Mutti,

Eine häufige Fehlerqelle ist die Grußformel am Ende eines Briefes oder einer E-Mail. Hier setzen wir im Deutschen kein Komma. Es folgt lediglich ein Absatz.

Beispiel:
Mit freundlichen Grüßen
Peter S. Burkhard
Liebe Grüße
Sabine

Höflichkeitsformel

Höflichkeitsformeln sind Ausdrücke der Entschuldigung, der Bitte, des Dankes usw. Stehen sie am Anfang oder Ende des Satzes trennen wir sie normalerweise mit Komma vom Rest des Satzes ab.

Beispiel:
Entschuldigen Sie, könnten Sie mich bitte durchlassen?
Könnten Sie mich durchlassen, bitte?
Ich möchte kein Schokoladeneis mit Sahne, danke.

Ist die Höflichkeitsformel allerdings durch ein für mit dem Rest des Satzes verbunden, verwenden wir kein Komma.

Beispiel:
Danke für diese wunderschönen Blumen!
Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten, die ich Ihnen verursacht habe.

Name und Adresse

Name

In offiziellen Dokumenten schreibt man den Nachnamen oft vor den Vornamen. In solchen Fällen setzen wir ein Komma zwischen Nach- und Vorname.

Beispiel:
Müller, Florian

Adresse

Besteht die Angabe einer Adresse aus mehreren Teilen, setzen wir ein Komma, wenn der Satz wie folgt konstruiert ist:

Beispiel:
Lisa wohnt in Köln, Zülpicher Straße 9, 5. Stock.

Wenn der Satz nach der Adressangabe noch fortgesetzt wird, kann man ein Komma setzen, es ist aber nicht verpflichtend (vgl. Kommasetzung bei Zeitangaben und Literaturangaben.)

Beispiel:
Lisa aus Köln, Zülpicher Straße 9, 5. Stock[,] zieht bald nach Bonn um.

In der folgenden Satzkonstruktion setzen wir kein Komma.

Beispiel:
Lisa wohnt in Köln in der Zülpicher Straße 9 im fünften Stockwerk.

Info

Immer wenn die einzelnen Teile der Adresse mit einem Absatz voneinander abgetrennt sind, setzen wir kein Komma. Das ist beispielsweise bei Briefanschriften der Fall.

Beispiel:
Otto Ottmann
Ottostraße 27
76227 Karlsruhe

Zahlen und Zeitangaben

Zahlen

Bei Dezimalzahlen wird das Komma verwendet, um die ganze Zahl vom Bruchteil abzutrennen.

Beispiel:
1,5 Stunden
0,25 Liter Milch
In Deutschland bekommen Frauen durchschnittlich 1,38 Kinder.

Zeitangaben

Bestehen Zeit- und Datumsangaben aus mehreren Teilen, setzen wir ein Komma dazwischen, denn sie können als Aufzählung oder Ergänzung gesehen werden. Nach dem letzten Teil der Datums- und Zeitangabe kann ein Komma gesetzt werden, wenn der Satz danach noch nicht beendet ist, es ist aber nicht verpflichtend (vgl. Kommasetzung bei Adressen und Literaturangaben).

Beispiel:
Wir halten unser Referat am 27. Juni, 09:00 Uhr.
Sie kam am Freitag, dem 13. Dezember[,] zu spät zur Arbeit, weil ihr Wecker nicht geklingelt hat und ihr Fahrrad kaputt war.

Werden die Teile einer Datums- und Zeitangabe mit Präpositionen verbunden, setzen wir normalerweise kein Komma. Nur bei Einschüben muss ein Komma stehen, auch wenn danach eine Präposition folgt (siehe 2. Beispiel).

Beispiel:
Hans kommt am 3. Juni um 19:30 Uhr am Leipziger Hauptbahnhof an.
Am Mittwoch, dem 13. Oktober, um 17:00 Uhr[,] fahre ich in den Urlaub.

Bei Datumsangaben in einem Briefkopf oder unter einem Vertrag setzen wir das Komma nach der Ortsangabe.

Beispiel:
Leipzig, den 7. Mai 2014

Literaturangaben

Bei mehrteiligen Literaturangaben setzen wir Kommas zwischen die jeweiligen Teile.

Beispiel:
Ich verweise da auf Seite 10, Deutsche Grammatik – einfach, kompakt und übersichtlich, erschienen im Engelsdorfer Verlag, Leipzig.

Ein Komma wird aber nicht gesetzt, wenn die Teile einer Literaturangabe mit einer Präposition verbunden sind.

Beispiel:
Ich habe das in der deutschen Grammatik auf Seite 10 nachgeschlagen.

Geht der Satz nach der Literaturangabe noch weiter, kann ein Komma nach dem letzten Teil gesetzt werden, es ist aber nicht verpflichtend (vgl. Kommasetzung bei Adressen und Zeitangaben).

Beispiel:
Ich habe das gestern auf Seite 10, Deutsche Grammatik – einfach, kompakt und übersichtlich, erschienen im Engelsdorfer Verlag, Leipzig[,] nachgeschlagen.

Info

Kein Komma setzen wir, wenn die Literaturangabe sich auf einen Rechtstext bezieht.

Beispiel:
Absatz 3 Satz 1 Nr.1 des Bundesausbildungsförderungsgesetzes wurde eingeschränkt.

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