Imperativ (Aufforderung, Befehlsform) in der deutschen Grammatik

Einleitung

Der Imperativ ist die Aufforderungs- bzw. Befehlsform. Wir sprechen dabei eine oder mehrere Personen persönlich an, können den Imperativ also für die Formen du, ihr, wir und die Höflichkeitsform Sie nutzen.

Lerne, wie der Imperativ im Deutschen gebildet und verwendet wird und schreibe in den Übungen eigene Imperativsätze.

Beispiel

Fahrgast: Halten Sie!

Fahrer: Steigen Sie ein!

Fahrgast: Fahren Sie mich bitte zum Bahnhof!

Fahrer: Schnallen Sie sich bitte an!

Fahrgast: Fahren wir!

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Verwendung

Mit dem Imperativ fordern wir jemanden auf, etwas zu tun.

Beispiel:
Halten Sie!
Steigen Sie ein!
Fahren Sie mich zum Bahnhof!

Gelegentlich beziehen wir uns selbst in die Aufforderung ein und verwenden den Imperativ für die 1. Person Plural (wir).

Beispiel:
Fahren wir!

Info

Der Imperativ ist im Deutschen sehr gebräuchlich, weil wir hier mit wenigen Wörtern sagen können, was der andere tun soll. Für Nicht-Muttersprachler klingt diese Form manchmal etwas unhöflich, das ist aber normalerweise nicht so gemeint. Natürlich kommt es immer auf den Ton an. Um höflicher zu klingen, können wir das Wörtchen bitte verwenden.

Beispiel:
Fahren Sie mich bitte zum Bahnhof!
Schnallen Sie sich bitte an!

Bildung Imperativ

1./3. Person Plural (wir/Sie)

Den Imperativ für Sie/wir bilden wir mit dem Verb im Infinitiv + Sie/wir. Beim Verb sein fügen wir zusätzlich ein e ein.

Beispiel:
Gehen Sie!/Seien Sie ehrlich!
Gehen wir!/Seien wir ehrlich!

2. Person Plural (ihr)

Der Imperativ für ihr ist die finite Verbform der 2. Person Plural, aber ohne das Pronomen.

Beispiel:
Geht!/Seid ehrlich!

2. Person Singular (du)

Den Imperativ für du bilden wir normalerweise, indem wir beim Infinitiv die Endung en entfernen. In der gehobenen Sprache hängen wir bei vielen Verben oft noch ein e an, in der Umgangssprache lassen wir es meistens weg.

Beispiel:
Geh(e)!/Sei ehrlich!

Besonderheiten beim Imperativ für 2. Person Singular:

  • Die Stammvokaländerung von e zu i/ie gilt auch für den Imperativ; in diesem Fall verwenden wir aber nie das Imperativ-e.
    Beispiel:
    Lies! (lesen – ich lese, du liest) (nicht: Liese!)
  • Die Stammvokaländerung von a zu ä gilt nicht für den Imperativ.
    Beispiel:
    Fahr! (aber: ich fahre, du fährst)
  • Endet der Präsensstamm auf d/t, hängen wir immer e an.
    Beispiel:
    Warte! (nicht: Wart!)
  • Endet der Präsensstamm auf Konsonant + m/n, hängen wir immer e an. Dies gilt aber nicht, wenn dieser Konsonant ein m, n, l, r oder h (aber nicht ch) ist.
    Beispiel:
    Atme!/Zeichne!
    aber: Schwimm(e)!/Lern(e)!
  • Endet das Verb auf eln/ern, hängen wir im Normalfall e an. In der Umgangssprache wird es allerdings häufig weggelassen. Auch das e von eln/ern kann wegfallen.
    Beispiel:
    Feiere!/Feire!/Feier!
    Angele!/Angle!/Angel!

Info

Bei trennbaren Verben steht die Partikel am Satzende (siehe: trennbare Verben).

Beispiel:
anschnallen → Schnallen Sie sich an.