Der Satzbau in der deutschen Grammatik

Was muss man beim Satzbau im Deutschen beachten?

Der Satzbau im Deutschen ist abhängig vom Satztyp und der Satzverbindung. Dank der Fälle ist die Wortstellung teilweise flexibler als in vielen anderen Sprachen, jedoch gibt es für die Position des finiten Verbs klare Regeln.

Auf dieser Seite erhältst du einen Überblick über Satztypen, Satzverbindungen, Verbstellung und Satzglieder. Auf den verlinkten Unterseiten kannst du dein Wissen zur Bildung von Sätzen im Deutschen weiter vertiefen.

Hast du einen Hund? Mein Freund Tom hat einen schlauen Hund. Er heißt Rudi.

Ich habe Tom schon oft begleitet, wenn er mit Rudi im Park spazieren geht. Tom wirft manchmal einen Stock und sagt zu Rudi: „Hol das Stöckchen!“

Hätte ich doch auch so einen tollen Hund!

Welche Satztypen gibt es?

Es gibt verschiedene Satztypen (auch Satzarten genannt). Die drei wichtigsten sind Aussagesätze, Fragesätze und Aufforderungssätze.

  • Aussagesätze geben Informationen.
    Beispiel:
    Mein Freund Tom hat einen schlauen Hund.
  • Fragesätze fragen nach Informationen.
    Beispiel:
    Hast du einen Hund?
  • Aufforderungssätze sagen, was jemand tun soll.
    Beispiel:
    Hol das Stöckchen!

Daneben gibt es noch Wunschsätze und Ausrufesätze.

  • Wunschsätze drücken einen Wunsch aus.
    Beispiel:
    Hätte ich doch auch so einen tollen Hund!
    Ach, wenn ich doch auch so einen tollen Hund hätte!
  • Ausrufesätze machen eine überraschte Feststellung.
    Beispiel:
    Wie schlau Toms Hund ist!
    Toms Hund ist aber/so schlau!
    Ist Toms Hund aber schlau!

Wo steht das konjugierte Verb im Deutschen?

Das konjugierte Verb kann im Deutschen an drei verschiedenen Positionen stehen.

2. Position (Verbzweitposition)

In Aussagesätzen und Ergänzungsfragesätzen steht das Verb an der 2. Position im Satz.

  • Aussagesätze
    Beispiel:
    Der Hund holt den Stock.
    1. Position: Subjekt (der Hund), 2. Position: konjugiertes Verb (holt)
  • Ergänzungsfragesätze (= Fragen mit Fragewort)
    Beispiel:
    Wie heißt der Hund?
    1. Position: Fragewort (wie), 2. Position: konjugiertes Verb (heißt)

1. Position (Verberstposition)

In Entscheidungsfragen und in Aufforderungssätzen steht das konjugierte Verb ganz am Satzanfang.

  • Entscheidungsfragen (= Ja/Nein-Fragen, Fragen ohne Fragewort)
    Beispiel:
    Kennt der Hund viele Tricks?
  • Aufforderungssätze (= Imperativ)
    Beispiel:
    Hol das Stöckchen!

Wunschsätze und Ausrufe

In Wunschsätzen kann das konjugierte Verb an der ersten und letzten Position stehen.

Beispiel:
Hätte ich doch mehr Zeit für einen Hund!
Wenn ich doch mehr Zeit für einen Hund hätte!

In Ausrufen kann das Verb an der ersten, zweiten oder letzten Positionen stehen.

Beispiel:
Ist der Hund aber hübsch!
Der Hund ist aber hübsch!
Wie hübsch der Hund ist!

Verb am Satzende (Verbletztposition)

In Nebensätzen steht das konjugierte Verb an der letzten Position im Satz. (siehe Wie unterscheiden wir Haupt- und Nebensätze?)

Beispiel:
Ich habe keinen Hund, weil ich so wenig Zeit habe.

Was sind einfache Sätze, Satzreihen, Satzgefüge und zusammengezogene Sätze?

Sätze können aus einem einfachen Satz oder mehreren Teilsätzen bestehen.

  • Einfache Sätze sind Hauptsätze – sie haben nur ein konjugiertes Verb.
    Beispiel:
    Toms Hund kennt viele Tricks.
  • Zusammengesetzte Sätze bestehen aus mehreren Sätzen, die durch ein Komma oder eine Konjunktion getrennt sind und bei denen jeder Teilsatz ein eigenes Verb hat. Wir unterscheiden dabei zwischen Satzreihe, Satzgefüge und zusammengezogenen Sätzen.
    Eine Satzreihe ist ein Satz, der aus mehreren Hauptsätzen besteht.
    Beispiel:
    Der Hund heißt Rudi und er kennt viele Tricks.
    (= Der Hund heißt Rudi. Er kennt viele Tricks.)
    Ein Satzgefüge ist ein Satz, der aus Hauptsatz und Nebensatz besteht.
    Beispiel:
    Ich mag Hunde, weil man gut mit ihnen spielen kann.
    Hauptsatz: ich mag Hunde
    Nebensatz: weil man gut mit ihnen spielen kann
    Zusammengezogene Sätze sind mehrere Hauptsätze mit dem gleichen Verb, das im 2. Teilsatz wegfällt.
    Beispiel:
    Gehst du mit dem Hund spazieren oder der Hund mit dir?
    (= Gehst du mit dem Hund spazieren oder geht der Hund mit dir spazieren?)

Wie unterscheiden wir Haupt- und Nebensätze?

Hauptsätze sind selbstständige Sätze; sie bestehen normalerweise mindestens aus Subjekt, Verb und Objekt und enthalten eine vollständige Information. Das konjugierte Verb im Hauptsatz steht in Aussagesätzen und Fragen mit Fragewort an der 2. Position, in Aufforderungen und Fragen ohne Fragewort an 1. Position.

Beispiel:
Tom macht mit Rudi Agility. (Aussage)
Warum macht Tom mit Rudi Agility? (Frage mit Fragewort)
Macht Tom mit Rudi Agility? (Frage ohne Fragewort)
Mach mit Rudi Agility! (Aufforderung)

Nebensätze sind einem Hauptsatz untergeordnet. Das typische Erkennungsmerkmal für Nebensätze im Deutschen ist das konjugierte Verb: Es steht im Nebensatz immer an der letzten Position.

Beispiel:
Tom macht mit Rudi Agility, weil Rudi so schnell ist.

Beachte aber: Wenn der Nebensatz vor dem Hauptsatz steht, kommt das Verb im Hauptsatz vor dem Subjekt. Der Nebensatz gilt hier als 1. Position.

Beispiel:
Weil Rudi so schnell ist, macht Tom mit Rudi Agility,
1. Position = Nebensatz (weil Rudi so schnell ist)
2. Position = konjugiertes Verb im Hauptsatz (macht)

Verbklammer

Auch im Hauptsatz können Verben am Satzende stehen – dabei handelt es sich aber um einen Infinitiv oder ein Partizip (nicht um eine konjugierte Form). Zur Unterscheidung zwischen Haupt- und Nebensatz müssen wir uns immer nach dem konjugierten Verb richten.

Beispiel:
Ich habe Tom schon oft begleitet, wenn er mit Rudi im Park spazieren geht.
Hauptsatz → konjugiertes Verb (habe) an 2. Position; Partizip II (begleitet) am Satzende
Nebensatz → konjugiertes Verb (geht) am Ende; Infinitiv (spazieren) im Nebensatz noch vor dem konjugierten Verb

Welche Satzglieder gibt es?

Ein Satz hat verschiedene Bestandteile, die Satzglieder: Subjekt, Prädikat, Objekt und adverbiale Bestimmungen. Um welche Satzglieder es sich beim folgenden Beispiel handelt, findest du bei den einzelnen Punkten.

Beispiel:
Tom führt seinen Hund gern im Park spazieren. Tom ist ein guter Hundetrainer. Er nimmt ihm für das Training immer etwas Futter und einen Ball mit.
  • Das Subjekt gibt an, wer/was die Handlung ausführt. Es handelt sich dabei um ein Nomen, evtl. mit Artikel und Adjektiv oder um ein Pronomen.
    Beispiel:
    Tom, er
  • Das Prädikat gibt die Handlung an. Es besteht aus einem oder mehreren Verben.
    Beispiel:
    führt spazieren (= spazieren führen), nimmt mit (= mitnehmen)
    Bei Verben, auf die ein weiteres Nomen im Nominativ folgt, die sogenannten Kopulaverben (sein, werden, bleiben), zählt auch das Nomen zum Prädikat.
    Beispiel:
    ist ein guter Hundetrainer
  • Das Objekt gibt an, worauf sich die Handlung bezieht oder für wen sie bestimmt ist. Es handelt sich dabei um ein Nomen, evtl. mit Artikel und Adjektiv oder um ein Pronomen im Akkusativ, Dativ oder Genitiv. Die meisten Verben verlangen ein Akkusativobjekt, einige ein Dativobjekt, andere brauchen beide. (Das Genitivobjekt ist sehr selten.)
    Beispiel:
    seinen Hund, etwas Futter und einen Ball (Akkusativobjekt)
    ihm (Dativobjekt)
  • Die adverbiale Bestimmung macht Angaben zu Ort, Zeit, Grund/Zweck oder Art/Weise. Es handelt sich dabei um ein Adverb oder um eine Präposition mit Nomen (plus Artikel und Adjektiv) oder mit Pronomen.
    Beispiel:
    gern (Art und Weise)
    im Park (Ort)
    immer (Zeit)
    für ein Spiel (Zweck)

Was sind Konjunktionen und Subjunktionen?

Konjunktionen (und, aber …) und Subjunktionen (weil, wenn …) zählen nicht zu den Satzgliedern, sondern gelten als Verbindungselemente. Deshalb spricht man im Hauptsatz bei der Reihenfolge Konjunktion + Subjekt + konjugiertes Verb trotzdem von Verbzweitstellung.

Beispiel:
Ich habe leider keinen eigenen Hund, aber ich habe viele Freunde mit Hunden.

Siehe hierzu auch unsere Erläuterung mit Übungen zu Konjunktionen, Subjunktionen und Konjunktionaladverbien im Deutschen.

Wo steht das Objekt im Deutschen?

Dank der Fälle wissen wir Im Deutschen normalerweise, ob ein Nomen/Pronomen als Subjekt oder Objekt verwendet wird. Deshalb kann das Objekt auch am Satzanfang stehen, was in vielen anderen Sprachen nicht ohne Weiteres möglich ist.

Beide Sätze drücken im Deutschen die gleiche Situation aus, auch wenn die Wortstellung anders ist:

Der Hund fängt den Ball.
Den Ball fängt der Hund.

In Sprachen ohne Fälle (z. B. Englisch, Französisch, Spanisch) ist es nicht möglich, das Objekt an den Satzanfang zu stellen, denn dann würde man verstehen:

Der Ball fängt den Hund.

Weitere Informationen zur Wortstellung findest du auf den Seiten der einzelnen Satztypen, insbesondere bei den Aussagesätzen.