Der Apostroph im Deutschen

Einleitung

Der Apostroph wird im Deutschen als Auslassungszeichen verwendet und normalerweise nicht (wie im Englischen) beim Genitiv. Weitere Erläuterungen unter den folgenden Überpunkten.

Inhalt

  • Auslassungszeichen
  • Genitiv
  • Deppenapostroph

Auslassungszeichen

Den Apostroph benutzen wir vor allem, wenn wir mündliche Umgangssprache signalisieren wollen, bei der Auslassungen gemacht werden.

Beispiel:
’s kann doch einfach nicht wahr sein. Das hat mich ’ne ganze Stunde gekostet, das ganze Gerät hierher zu schleppen. So ’n bisschen Anerkennung könnte ich jetzt schon vertragen.

Wenn die Auslassung aber sehr gängig ist und die Lesbarkeit nicht beeinträchtigt wird, kann man den Apostroph auch weglassen.

Beispiel:
Hallo Opi, wie gehts?
oder
Hallo Opi, wie geht’s?

Bei Verbindungen von Präpositionen mit dem bestimmten Artikel setzen wir keinen Apostroph.

Beispiel:
Ich gehe ins Schwimmbad.
Michael, komm doch mal ans Fenster!
Ich laufe eine Runde ums Haus.

Genitiv

Der Genitiv wird im Deutschen normalerweise ohne Apostroph gebildet; wir hängen das s direkt an das Nomen an.

Beispiel:
Hannas Pony
Schmidts Katze
Olivers Lieblingsgericht

Eine Ausnahme besteht allerdings, wenn ein Wort bereits auf s, ss, ß, tz, z oder x endet – in diesem Fall verwenden wir bei der Genitivbildung einen Apostroph.

Beispiel:
Klaus’ Maus
Richard Strauss’ Opernhaus
Fritz’ Witz
Felix’ Tricks

Eine weitere Ausnahme besteht, wenn die Grundform von Namen besonders herausgestellt werden soll. Dann ist auch folgende Schreibung erlaubt.

Beispiel:
Andrea’s Armbrust

So wird deutlich, dass es sich hier nicht z. B. um eine Person namens Andreas Armbrust handelt.

Deppenapostroph

Wer das Plural-s mit Apostroph abtrennt, darf sich nicht wundern, wenn man ihn einen Deppen nennt.

Bei Pluralformen, die im Deutschen mit -s gebildet werden, hängen wir das -s direkt an das Wort an, ohne einen Apostroph dazwischen zu setzen. Das gilt auch für Abkürzungen.

Beispiel:
DVDs (nicht: DVD’s)
Lkw[s] (nicht: Lkw’s)

Bei Lkw ist das Plural-s fakultativ, da man auch von dem ausgeschriebenen Wort Lastkraftwagen ausgehen kann, dessen Plural nicht auf -s endet.

Eine weitere Fehlerquelle taucht bei der Verwendung des Apostrophs als Auslassungszeichen auf. Dies ist vor allem der Fall bei:

  • Wörtern, die sich aus einer Präposition und einem Artikel zusammensetzen
    Beispiel:
    Danke fürs Warten. (nicht: Danke für’s Warten.)

    fürs setzt sich zusammen aus für+das. Genau wie ins, durchs, ans, etc. wird hier kein Apostroph verwendet.

  • Wörtern, die keine Auslassung enthalten
    Beispiel:
    Steh endlich auf! (nicht: Steh’ endlich auf!)

    Viele Imperative können wir mit oder ohne -e schreiben. Beim Weglassen wird aber nie ein Apostroph verwendet.

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