Positive Aussagesätze in der deutschen Grammatik

Was ist ein Aussagesatz?

Aussagesätze sind die häufigste Satzart im Deutschen. Sie drücken Fakten und Meinungen aus und enden mit einem Punkt. Es gibt positive und negative Aussagesätze.

Hier konzentrieren wir uns auf positive Aussagesätze. Du lernst die allgemeine Wortstellung und kannst dein Wissen in den Übungen überprüfen. Für die negativen Aussagesätze/Verneinung gibt es eine extra Erklärung mit Übungen.

Wie ist der Satzbau im positiven Aussagesatz?

Der Satzbau im Deutschen ist recht flexibel. Als Grundregel sollten wir uns merken:

  • Das konjugierte Verb steht immer an der zweiten Position im Satz.
  • infinite Verbformen (Infinitiv, Partizip II) stehen am Satzende.
  • Das Subjekt steht in vielen Fällen am Satzanfang. Im Deutschen können aber auch andere Satzglieder (z. B. Objekt, Orts- oder Zeitangabe) am Satzanfang stehen. Wenn das der Fall ist, rutscht das Subjekt hinter das konjugierte Verb.

In den meisten Fällen ist der Satzbau folgendermaßen korrekt:

1. Position konjugiertes
Verb
Subjekt indirektes
Objekt
Zeit Ort direktes
Objekt
infinites
Verb
Subjekt Der Lehrer hat dem
Schüler
gestern in der
Schule
den Test zurück-
gegeben.
ind. Objekt Dem Schüler hat der
Lehrer
gestern in der
Schule
den Test zurück-
gegeben.
dir. Objekt Den Test hat der
Lehrer
dem
Schüler
gestern in der
Schule
zurück-
gegeben.
Zeit Gestern hat der
Lehrer
dem
Schüler
in der
Schule
den Test zurück-
gegeben.
Ort In der Schule hat der
Lehrer
dem
Schüler
gestern den Test zurück-
gegeben.

Merke aber:

Wenn das direkte Objekt ein Pronomen ist, steht es vor dem indirekten Objekt.

Beispiel:
den Test = ihn
Der Lehrer hat ihn dem Schüler gestern in der Schule zurückgegeben.

Deutsche Wortstellung für Fortgeschrittene

Neben der Grundregel gibt es im Deutschen aber noch viel mehr Möglichkeiten, wie man die Satzglieder anordnen kann.

Verbindung zwischen Sätzen

Wenn wir einen Text schreiben, versuchen wir, die Sätze inhaltlich miteinander zu verbinden. Deshalb steht an erster Position oft ein Satzglied, das diese Verbindung herstellt.

Beispiel:
Wir waren gestern im Museum. Dort war es sehr voll.

Bekanntes vor Neuem

Etwas bereits Erwähntes oder als bekannt Vorausgesetztes steht im Satz weiter vorn. Unbekanntes oder Neues steht im Satz weiter hinten.

Aus diesem Grund rutscht zum Beispiel das direkte Objekt, wenn es ein Pronomen ist, vor das indirekte Objekt. Pronomen ersetzen nämlich ein Nomen, das bereits erwähnt wurde oder als bekannt vorausgesetzt wird.

Beispiel:
Der Lehrer hat ihn (den Test) ihm (dem Schüler) gestern in der Schule zurückgegeben.

Andererseits muss das direkte Objekt, wenn es mit einem unbestimmten Artikel verwendet wird, immer hinter Zeit und Ort stehen. Den unbestimmten Artikel (ein…) verwenden wir nämlich, wenn wir etwas zum ersten Mal erwähnen (also für etwas Neues).

Beispiel:
Der Lehrer hat dem Schüler gestern in der Schule einen Test zurückgegeben.

Hervorhebungen am Satzende

Das indirekte Objekt sowie die Angaben von Zeit und Ort sind austauschbar. Wenn wir eines dieser Satzglieder besonders hervorheben wollen, können wir es hinter das direkte Objekt setzen.

Beispiel:
In der Schule hat der Lehrer gestern den Test einem Schüler zurückgegeben.
Der Lehrer hat dem Schüler den Test gestern in der Schule zurückgegeben.

Beachte aber:

Als Pronomen darf das indirekte Objekt nicht die Position wechseln.

Beispiel:
Der Lehrer hat ihm (dem Schüler) gestern in der Schule den Test zurückgegeben.
(nicht: Der Lehrer hat gestern in der Schule den Test ihm zurückgegeben.)

Die Zeitangabe sollte nur in seltenen Fällen – zur ganz besonderen Betonung und möglichst nur in der gesprochenen Sprache – hinter der Ortsangabe stehen. Im Schriftlichen wirkt es meist falsch, weil es im Deutschen üblich ist, die Zeit vor dem Ort zu nennen.

Beispiel:
Der Lehrer hat dem Schüler in der Schule den Test gestern zurückgegeben.